Jannik Mülhaupt: Sonic Synesthesia

In Sonic Synesthesia wird Musikproduktion mit 3D-Visualisierungen kombiniert, um den kreativen Prozess des Musikmachens räumlich und sensorisch erfahrbar zu machen. Gleichzeitig wurden einige emotional bedeutsame reale Orte, wie beispielswei-se ein Aufnahmestudio 3D-gescannt. Die resultierenden Modelle wurden in animierte Punktwolken umgewandelt. Elemente wie Akustikplatten wurden manuell mit Keyframes versehen, um auf bestimmte musikalische Signale zu reagieren und so einen direkten audiovisuellen Dialog zu schaffen. Das Endergebnis ist eine Kamerafahrt durch einen stilisierten digitalen Raum, der mit dem Original-Soundtrack kombiniert wurde. Sonic Synesthesia ist ein immersives audiovisuelles Erlebnis, das Klang und digitale Ästhe-tik zu einer Form synästhetischen Geschichtenerzählens verbindet.

still leben

still leben ist eine kontemplative Videoarbeit, die sich der filmi-schen Dokumentation alltäglicher Momente widmet. Im Mittelpunkt stehen universelle Erfahrungen, wie das Rauschen des Verkehrs, das sanfte Fallen von Schnee oder Spiegelungen auf Wasser. Kleine Details werden dabei zu Sinnbildern dessen, was es in einer Welt von Effizienz und Selbstoptimierung bedeutet, einfach zu sein. Die Videosequenzen wurden über einen Zeitraum von 9 Monaten, größtenteils in Japan, mit einer Digitalkamera aus den frühen 2000er Jahren aufgenommen. Die daraus resultierende nostalgische Bildästhetik sowie die gezielte Inszenierung der Motive erzeugen eine zeitliche und räumliche Unkenntlichkeit. Die Szenen wirken vertraut und zugleich unbestimmt. Es entsteht ein offenes Narrativ, das Raum für persönliche Assoziationen lässt.

Attention, please!

„Attention, please!“  ist eine hyperstimulierende Videoskulptur – ein brachial flimmerndes Monument für die aufmerksamkeitsgierige Gegenwart. Auf 60 Kanälen prasselt ein endloser Strom aus Sinn und Unsinn, ein multimediales Crescendo der Reizüber-flutung. Vier parallele Konsumanschlüsse laden zur Maximierung der Bildschirmzeit, zur völligen Versenkung ins digitale Rauschen. Schrottmanifestationen in digitaler als auch physischer Form – pulsierend, dröhnend, fordernd. Doch erst die Wahrnehmung des Subjekts ermöglicht die völlige Immersion im Unfug – die Besucherin ist eingeladen am Rad der Kontrollstation zu drehen, bis auch sie am Rad dreht! Zwischen Lichtgewittern und Kontrollillusion droht der Verstand zu flackern. Willkommen in der Zukunft unserer Medienlandschaft – dem nächsten Level des Überflusses.

Die Sonne sieht ihren Schatten nicht

Beim MEDIENDIENST LEISTUNGSHÖLLE kratzt die heiße Nadel am Konkreten. Die Münchner Künstler*innen Klaus Erika Dietl und Steffi Müller aka Rag*Treasure (beißpony/ ChicksOnSpeed Records/ Rheinschallplatten) schätzen die Splitter im Gewebe. 

Die Basis der beiden ist der MEDIENDIENST LEISTUNGSHÖLLE, eine Plattform, die sich als nomadische Forschungs- und Produktionsstätte versteht. Dort ist auch auch RAGREC zu Hause – ein Label für Störgeräusche in Text Bild und Ton. Neben Platten und Kassetten finden sich auch kleine magaZINEs im Sortiment. 

Live wird die Bühne zur offenen Werkstatt. Nähmaschine und Kaktus werden zu Instrumenten. Im Studio werden Hörspielmusik und Soundscapes produziert, u.a. für Elfriede Jelinek (Bayerischer Rundfunk), das Städel Museum Frankfurt und das Goethe Institut Amman (Jordanien). 

Klaus Erika Dietl und Stephanie Müller suchen immer wieder den Austausch mit anderen. In den vergangenen Jahren gab es Sound und Lecture-Performances mit Künstler*innen und Aktivist*innen wie Wolfgang Müller (Die Tödliche Doris), Vivien Goldman (The Flying Lizards) und Mascha Alechina (Pussy Riot). 

2015 starteten Dietl und Müller mit Musiker*innen aus Japan’s Underground-Szene das internationale Kollektiv ALLIGATOR GOZAIMASU. Im Austausch miteinander entstehen Videos und Filme. Diese wurden unter anderem bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen, beim Tokyo International Short Film Festival und im Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin gezeigt . 2017 feierte Klaus Erika Dietl’s erster Langfilm „Das Letzte Loch ist der Mund“ im Kunstbau am Lenbachhaus Premiere. 

Beim Digitalanalog Festival 2024 zeigen Klaus Erika Dietl und Stephanie Müller „Die Sonne sieht ihren Schatten nicht“, eine Auswahl an Videos und Kurzfilmen aus dem Kosmos von beißpony und ALLIGATOR GOZAIMASU.

www.hoelle.media

Apoth: Remote viewR

Remote viewR ist eine synaesthetische Installation, die das Studio 2 des Muffatwerks in Echtzeit mit Simon Kummers Atelier APOTH.se verbindet: Eine Simultangestaltung zweier Räume durch die Präsenz der Besucher.

Zwei Räume – eine Tür. Eine Aktion – zwei Wellen.

apoth.se

LASERJAM

In einer live audio-visuellen Performance und Rauminstallation erkundet der LASERJAM eine direkte, nicht-symbolische und synästhetische Beziehung zwischen Klang und Bewegtbild. Durch die gewollte Nutzung der für die Allgemeinheit obsoleten Medien- Technologien geht es in den kritischen Dialog mit dem historischen Erbe des Sehens und Hörens durch technische Mittel. Die musikalische Besetzung entspringt einer dynamischen Kombination aus klassischen Fragmenten, Blues Schematiken, Jazz-Rock, Intelligent Dance Music, Electronica und Noise. Die eigens gebaute „digital-analoge“ Steuerung manipuliert oszillierende Laser-Lichtfiguren und bringt einen in einen audio-visuell immersiven Zustand.

laserjam.org

Akademieradio

Die Störfunkanstalt _42 ist eine rund um die Uhr laufende Klangforschung. Ein Netzwerk-Audio-Stream für Schallwerke der bildenden Künste spielt Interviews, originale Musik und diverse experimentelle Beiträge. Es handelt sich um die im Kollektiv geschöpfte Klangwerkschau von künstlerischen Studierenden, Alumni und ProfessorInnen und Mitarbeitern der Akademie der bildenden Künste in München.

Mit über 700 originalen und zeitgenössischen Hör-Beiträgen und Archivmaterial ist auch das digitale Gewicht spürbar geworden.

Als kleine Gruppe, am Rande der Möglichkeiten, strebt das Akademieradio über seine urbanen, örtlichen und regionalen Grenzen hinaus, um mit anderen Städten und Ländern in Europa hörbar zusammen zu wachsen.

Die Gründungsmitglieder Iason Konstantinou und Lennard Cramer sind vor Ort mit ihrer aktuellen Ausführung des Akademieradios als „One-Armed-Bandit-Super-Sampler“.

http://akademieradio.de

Felix Rodewaldt

…lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt München. Schon während seiner Zeit an der Akademie der bildenenden Künste, konnte er mit Ausstellungen punkten und erzielte erste Erfolge in Galerien.Nach Abschluss seines Studiums ließ er die Tape Art und Stencils größtenteils hinter sich, und seine Kunst, die bisher Eine Mixtur verschiedenster Einflüsse war, bekam eine immer stärker werdende, architektonische Komponente.Seine für Malerei, beeindruckend grafischen Arbeiten glänzen vor allem durch akkurate Linienführung, die handwerkliches Geschick und Geduld voraussetzen.Diese einzigartige Kombination hat ihn neben Frankreich, Spanien und Griechenland auch schon nach New York, Tokyo und in den Iran geführt.

https://www.instagram.com/felixrodewaldt/

Gunter Hahn

Als fotografischer Stimmungseinfänger, wird Gunter Hahn auch dieses Jahr wieder die besonderen Momente der lauten und leisen Töne, der Begegnung und Interaktion zwischen Künstlern und Publikum und das besondere Flair des Festivals festhalten. Mithilfe der Bühnenfotografen, Fotoassistenten und geeigneter Technik bringt er die Aufnahmen so zeitnah auf die Außenprojektion, dass die Künstler direkt nach ihrem Auftritt bereits selbst auf der Außenleinwand ihre Performance sehen können. In diesem Jahr verarbeitet er die Aufnahmen der vergangenen Jahre erstmals zu einem 10 qm großen Fotomosaik, welches so platziert wird, dass es je nach Betrachtungsabstand dem Besucher tausende kleine Bilder oder nur ein einziges großes Foto erscheinen lässt.