Akademieradio

Die Störfunkanstalt _42 ist eine rund um die Uhr laufende Klangforschung. Ein Netzwerk-Audio-Stream für Schallwerke der bildenden Künste spielt Interviews, originale Musik und diverse experimentelle Beiträge. Es handelt sich um die im Kollektiv geschöpfte Klangwerkschau von künstlerischen Studierenden, Alumni und ProfessorInnen und Mitarbeitern der Akademie der bildenden Künste in München.

Mit über 700 originalen und zeitgenössischen Hör-Beiträgen und Archivmaterial ist auch das digitale Gewicht spürbar geworden.

Als kleine Gruppe, am Rande der Möglichkeiten, strebt das Akademieradio über seine urbanen, örtlichen und regionalen Grenzen hinaus, um mit anderen Städten und Ländern in Europa hörbar zusammen zu wachsen.

Die Gründungsmitglieder Iason Konstantinou und Lennard Cramer sind vor Ort mit ihrer aktuellen Ausführung des Akademieradios als „One-Armed-Bandit-Super-Sampler“.

http://akademieradio.de

Felix Rodewaldt

…lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt München. Schon während seiner Zeit an der Akademie der bildenenden Künste, konnte er mit Ausstellungen punkten und erzielte erste Erfolge in Galerien.Nach Abschluss seines Studiums ließ er die Tape Art und Stencils größtenteils hinter sich, und seine Kunst, die bisher Eine Mixtur verschiedenster Einflüsse war, bekam eine immer stärker werdende, architektonische Komponente.Seine für Malerei, beeindruckend grafischen Arbeiten glänzen vor allem durch akkurate Linienführung, die handwerkliches Geschick und Geduld voraussetzen.Diese einzigartige Kombination hat ihn neben Frankreich, Spanien und Griechenland auch schon nach New York, Tokyo und in den Iran geführt.

https://www.instagram.com/felixrodewaldt/

Marcel Ralle: Nine Flags

In der aktuellen Arbeit von Marcel Ralle mit dem Titel „Nine Flags“, die im Eingangsbereich des Gasteig über den Rolltreppen gezeigt wird, geht es um Logos, die uns ständig umgeben und bewusst und unbewusst beeinflussen.

Die Logos werden durch Aneignung und Morphung mittels Verzerrung (Glitchen), Verdopplung und Stauchung ihrem ursprünglichen Kontext entnommen um eine neue Deutung und (Be-)Wertung entstehen zu lassen. Durch die Trans- und Mutation auf Fahnen, ensteht eine neue Ästhetik, die als Widerstand gegen unsere Konsumwelt gesehen werden darf. Dont Belive the Hype!

Mit ersten Liveacts 1999 in dem legendären Technoclub Ultraschall begann Marcel Ralles Trip durch die elektroinsche Musik (Techno, Ambient, Noise). Seit dem ersten Digital Analog ist er Solo (Kidstardust, DAFALGAN) oder in verschiedenen Projekten (AG Trickbeat, Der Auge, Clone-headz…) immer wieder bei DA dabei.

Marcel Ralle studierte bis 2011 Malerei und Grafik bei Prof. Markus Oehlen an der Akademie der Bildenden Künste und stellt seine Kunst(Skulptur Grafik ,Mixed Media) seit 2002 im In- und Ausland aus.

marcelralle.de

Gunter Hahn

Als fotografischer Stimmungseinfänger, wird Gunter Hahn auch dieses Jahr wieder die besonderen Momente der lauten und leisen Töne, der Begegnung und Interaktion zwischen Künstlern und Publikum und das besondere Flair des Festivals festhalten. Mithilfe der Bühnenfotografen, Fotoassistenten und geeigneter Technik bringt er die Aufnahmen so zeitnah auf die Außenprojektion, dass die Künstler direkt nach ihrem Auftritt bereits selbst auf der Außenleinwand ihre Performance sehen können. In diesem Jahr verarbeitet er die Aufnahmen der vergangenen Jahre erstmals zu einem 10 qm großen Fotomosaik, welches so platziert wird, dass es je nach Betrachtungsabstand dem Besucher tausende kleine Bilder oder nur ein einziges großes Foto erscheinen lässt.

Nachruf Peter Becker / VJ Autopilot

Foto: Gunter Hahn / Text: Dirk Wagner für Digitalanalog e.V.

Schon auf unserem letzten Digitalanalog-Festival fehlte Peter Becker alias VJ Autopilot krankheitsbedingt. Trotzdem war er im Geiste bei uns, und auch zwei Collagen von ihm hingen auf dem Festival, auch, wenn sie in der Corona-bedingten Live-Stream-Version des Fests auf den Apparaten da draußen nicht zu sehen waren. Aber im Quasi-Backstageraum, wo die Mitarbeiter*innen und beteiligten Künstler*innen bei einem Getränk entspannten oder auch etwas aßen, da hingen Beckers Bilder. Schon damals spürten wir, dass wir uns bald schon von der irdischen Erscheinung des Mannes verabschieden mussten, den wir als vorausschauenden Künstler ebenso schätzten wie als zuverlässigen Freund liebten. Seine Art als Visual Artist Musik regelrecht sichtbar zu machen, sie quasi selbst noch einmal mit Farben und Licht neu zu komponieren, beinhaltete im Grunde alles, was wir mit unseren Digitalanalog-Festivals stets anzuregen versuchen: Das Leben als ein sozial-kulturelles Gesamtkunstwerk, das so viele Wege aufzeigt. Peter Becker hatte den Mut und die Neugier, solche Wege auch zu gehen. Also experimentierte er schon früh mit den Möglichkeiten einer Videokunst, die er alsbald auch auf Technoparties ins Publikum hinein projizierte, auf Leinwände oder  einfach in den Raum, dessen Architektur alsbald mit Beckers Beleuchtung über die live manipulierten Videos und der Musik, sowie mit den tanzenden Clubbesuchern zu einer Einheit verschmolz.  Liebevoll illuminierte er so auch einige Konzerte. Die Rocklegende Amon Düül 2 war dabei von seiner Arbeit so begeistert, dass sie ihn auch mal mit auf die Bühne lud, als er woanders keinen ausreichenden Platz fand. Die Anerkennung, die ihm solches Angebot zusicherte, mochte ihn auch ein wenig erfreut haben. Doch lieber stand er als VJ im Off, jenseits der Bühne, im Dunkel, von wo aus er das Licht dorthin führte, wo das Publikum dann sein Augenmerk hinwenden soll. Trotzdem freute es ihn natürlich, dass das Stadtmuseum nun auch in einer Ausstellung über das Münchner Nachtleben einen Zusammenschnitt verschiedener seiner VJ-Sets zeigt. Allein, die Ausstellung selbst konnte er nicht mehr besuchen. Einen Tag vor ihrer Eröffnung starb Peter Becker. Wir trauern darum um einen Freund, einen Kollegen, einen Künstler und Visionären. Zugleich soll es uns eine Anregung sein, das Digitalanalog Festival nun auch in Erinnerung an Peter Becker alias VJ Autopilot fortzusetzen. Einige Künstler*innen, die für uns arbeiten, haben vieles von dem, was sie heute auszeichnet, von ihm gelernt. Sei es, das sie von seiner Kunst inspiriert wurden, oder dass er sie in seinen Lehrveranstaltungen zur Medienkunst an der Ludwig Maximilans Universität unterrichtet hatte. Wir wünschen uns und Peters Angehörigen, dass unsere tiefe Trauer bald schon wieder Raum lässt für die viele Freude, die Peter uns bereitet hatte. Tatsächlich war er nämlich selbst das Licht, mit dem er so gerne gearbeitet hatte, der lichterne Lichtkünstler: Shine On, Crazy Diamond.

Peter Becker + Gabriele Gabriel: Vanshing Point

Online und REAL erstahlt das Festival auch in diesem Jahr in dem ihm eigenen Glanz – Innovativ irrisierend bis provokativ gestalten Gabriele Gabriel & Autopilot ihre Schwarzlicht-Murals im avant-garditischen URBAN ART STYLE . Übergroße Stencils werden auf Plakate gesprayt, zerrissen und wiederum mittels UV-Licht wie digitales VJing analog neu collagagiert.
Thema der beiden Serien „VANISHING POINT – Flatten the Curve“ und „VANISHING POINT – Born to Go“ ist eine bildnerische Tour de Force in der Corona Krise, ein experimentelles „Tagebuch“ nunmehr auf den urbanen Innen- und Aussenwänden des Gasteigs: konsequent, aktuell, und zugleich vielgestaltig wie das Leben. Wo: Zu sehen auf den diversen Online-Streams inkl. -Dokus und verteilt auf den neuen Backstage-Areas des Gasteigs für Künstler und Aktivisten des Festivals.

VJ Autopilot

(VJ) Autopilot

„VJing analog“ in Form von UV-Art auf dem diesjährigen Digitalanalog Festival: (VJ) AUTOPILOT lässt im Urban Art Style das Festival mittels eines Murals mit Schwarzlicht-Farben in Rautenform gesprayt in einem geheimnisvoll pulsierenden Licht erstrahlen.

http://stella-stellaris.de

Sicovaja: HumanKaosPad

Video Art meets Urban Art

Das Kaoss Pad ist ein Effektgerät, mit dem Musiker Effekte mittels Touchscreen auf Audiospuren anwenden können. Diese Funktionsweise wird bei HumanKaossPad auf die projizierten Videosamples übertragen und der Betrachter wird zum Spielen und Entdecken der Effekte mit dem Video eingeladen.

Die verschieden Bildebenen bestehen aus Arbeiten von Peter Becker aka VJ AUTOPILOT, die aus kombinierten Techniken sprayen, taggen, reißen, zerschneiden, kleben, montieren, drucken, über- malen, verfremden, rekonstruieren, reduzieren bestehen. Kombiniert mit Videosampels von Vital Electronica & Sicovaja.

http://sicovaja.com

http://stella-stellaris.de

Dark Waves – Kosmische Musik

Der Gasteig lädt ein zur Electronic Music Stage in der Glashalle Ost: “Dark Waves – Kosmische Musik“, die dunkle Seite von “Ambient Waves“ Noise, Drones, Sequences and Melodies.

Artists: Dieter Döpfer, Robert Langer, Stefan Leberfinger, Thomas Rotsch, Siegfried Kärcher, Christian Seidler, Uwe Rottluff (WELLENVORM), Anatol Locker & Martha Bahr (LUCID GRAIN), Mathias Kettner & Oliver Rausch (SCHALLMODUL) und Gäste; Visuals: Andreas Merz

http://www.ambient-waves-cosmic-music-festival.de

_Enter Visual Grasp

Die Hand – Werkzeug und Identifizierungsmerkmal des Menschen, das er an sich selbst gut betrachten kann – wird in Verena Bachers Videoinstallation zur Projektionsfläche. Die Installation besteht aus einem mit schwarzem Tuch umhüllten Tisch, auf dessen Platte ein unscheinbarer Gestensensor und darüber ein Beamer angebracht sind. Erst durch das Platzieren der Hand über den Sensor, erwacht die Projektion zum Leben und ein Video wird auf der Handfläche abgespielt. Um einen Bezug zwischen Hand und Videoinhalt zu erzeugen, konzentriert sich die Arbeit auf Bilder, die im Betrachter Assoziationen und Gefühlen auslösen. Den Bildern kann nicht ausgewichen werden, denn, verändert man die Position der Hand, folgt ihr die Projektion. Je nach Krümmungsgrad der Finger kann man jedoch den Inhalt des Videos abwandeln. Durch das Schließen und erneutes Öffnen der Hand schaltet man zwischen drei Serien um.
Der Fokus der Arbeit liegt im Prozess des Betrachtens und des Wahrnehmens von Gefühlen, ohne hierzu reale Objekte zu verwenden – die Grenze zwischen Video und Realität beginnt zu verschwimmen.