Grußwort von OB Dieter Reiter

Wenn die Corona-Krise eine Diskussion neu befeuert hat, dann die über das Verhältnis von digital und analog. So werden seit Monaten neue Formate ausprobiert und Ausstellungen, Theaterstücke und Konzerte gestreamt. Am heimischen Rechner wiederum kann man das Ganze dann in Echtzeit oder zeitversetzt verfolgen und sich ein Bild etwa von einem Konzert am anderen Ende der Welt machen. Das eröffnet vielen Menschen den Zugang zu Dingen, die sie sonst vielleicht nie erlebt hätten. Und doch bleiben Anschauen, Erfahren und Begreifen auf einem Bildschirm immer nur ein Ersatz für das Liveerlebnis.

Denn wir alle brauchen auch das Gemeinschaftsgefühl, schließlich funktioniert Kunst doch ganz wesentlich über die direkte Kommunikation, den unmittelbaren Austausch und das gemeinsame Erlebnis.

Auch das Digitalanalog-Festival bewegt sich heuer in diesem Spannungsfeld. Wobei das Programm zunächst wie gewohnt gestaltet, dann aber zusätzlich moderiert und mit Hilfe von Fachleuten als Stream in alle Welt geschickt wird. Da muss die Welt jetzt nur noch zuschauen, wenn Liedermacher auf Elektro-Tüftler treffen, Songwriter auf Sound-Designer und Klassik auf Rock und Pop. Und wenn sich dazu dann auch noch Videoinstallationen mischen, Medien-Kunst und Performances, dann ist schon fast wieder alles beim Alten. Oder doch wenigstens so gut, wie es unter den gegenwärtigen Umständen besser nicht sein könnte.

Sehr gerne habe ich die Schirmherrschaft für das Digitalanalog 2020 übernommen, danke dem Organisationsteam sowie allen Mitwirkenden sehr herzlich für das große Engagement auch in Krisenzeiten wie diesen und wünsche dem multimedialen Kulturfestival viel Erfolg!

Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München
Dieter Reiter